Hochkontrastfotografie S/W
Die schwarz-weiße Hochkontrastfotografie fasziniert mich ja schon länger und ich hab dazu auch schon Workshops bei der Leica-Akademie besucht, um meine Fertigkeiten zu verbessern.
In diesem Beitrag möchte ich kurz die Grundprinzipien erläutern und für die feinere Bearbeitung auf die beiden erstellten Videos auf meinem YT-Kanal verweisen.
Die Videos zum Blogbeitrag
Hochkontrastfotografie – Tipps, Tricks und Bearbeitungstechniken
Nach meinen beiden Workshops zur Hochkontrast-Fotografie in den letzten zwei Jahren war klar: Diese Art der Fotografie mag ich besonders. Die Hochkontrastfotografie ist eine spannende Disziplin, bei der Licht und Schatten in den Vordergrund treten, um faszinierende, grafische Bilder zu schaffen. In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Grundlagen dieser Technik, die besten Motive und die Nachbearbeitung, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Was ist Hochkontrastfotografie?
Hochkontrastfotografie lebt von extremen Helligkeitsunterschieden im Bild. Diese Kontraste entstehen besonders bei starken Lichtquellen wie der Sonne, können aber auch bei diffusen Lichtverhältnissen oder in der Dunkelheit geschaffen werden. Ziel ist es, grafische Effekte zu erzielen, die das Auge fesseln.
Auch in der dunklen Tageszeit sind HC-Bilder möglich: Belichtungszeit 8 Sekunden
Vorbereitung und Aufnahmetechnik
Die richtige Ausrüstung
Hochkontrastfotografie erfordert keine spezielle Ausrüstung. Jede Kamera eignet sich, besonders wenn manuelle Einstellungen möglich sind. Mit einer Leica M10R und einem 35-mm-Objektiv lassen sich zum Beispiel hervorragende Ergebnisse erzielen, aber auch andere Modelle sind geeignet.
Kameraeinstellungen
- Blende: Für eine große Schärfentiefe Blende schließen (z. B. f/8 oder höher), für einen gezielten Fokus Blende öffnen (z. B. f/2.8).
- ISO-Wert: So niedrig wie möglich, um Rauschen zu minimieren.
- Histogramm nutzen: Achten Sie darauf, dass dunkle und helle Bereiche nicht „ausbrennen“, es sei denn, dies ist Teil des künstlerischen Effekts. Auch Zebra kann genutzt werden.
Auch starke Bearbeitungen sind möglich und Bildfehler sind Teil der gewollten Bearbeitung
Hier das originale Bild dazu
Motive für Hochkontrastfotografie
Architektur
Strukturen und Formen von Gebäuden sind ein beliebtes Motiv. Schatten, die von Fenstern oder Fassaden erzeugt werden, bringen starke Kontraste ins Bild.
Streetfotografie
Suchen Sie nach Silhouetten oder spannenden Licht-Schatten-Situationen. Besonders Gesichter oder bewegte Objekte eignen sich gut, wenn sie grafisch ins Bild integriert werden.
Natur
Gegenlichtaufnahmen von Bäumen, Bergen oder Pflanzenteilen erzeugen beeindruckende Hochkontraste.
Normale Landschaften lassen sich schön zu HC-Bildern verarbeiten
Hier das originale Bild dazu
Bildbearbeitung: Der Weg zum perfekten Hochkontrastbild
Ohne KI zum eigenen Stil
Der Fokus sollte darauf liegen, einen eigenen Stil zu entwickeln. Die Bearbeitung mit KI kann helfen, ist aber nicht notwendig, um beeindruckende Ergebnisse zu erzielen.
Die Schritte der Bearbeitung
- Block A – die Aufnahme: Arbeite mit RAW-Bildern, um maximale Flexibilität zu behalten. Aktiviere Objektivkorrekturen, um Verzerrungen zu minimieren.
- Block B – die Farbbearbeitung: Weißabgleich & Belichtung optimieren, Objektivkorrekturen aktivieren, wenn möglich; Ausschnitt wählen, ausrichten
- Block C – Schwarz-Weiß-Umwandlung: Reduziere das Bild auf seine Tonwerte, um ein S/W-Bild zu erhalten
- Block D – Kontraste anpassen: Nutze Regler wie „Klarheit“ und „Dunst entfernen“, um Licht- und Schattenbereiche stärker zu betonen. Dazu Kontrastregler, ebenfalls Schwarz und Weiß maximieren. Abeite gezielt mit Masken, um z. B. den Himmel oder bestimmte Objekte anzupassen. Tiefen und Lichter haben ebenfalls großen Einfluss. Auch einzelne Farben der SW-Umwandlung können genutzt werden. Mehr Tipps & Tricks in den Videos.
- Block E – Druckausgabe: Dieses Kapitel wird später genauer besprochen.
Bei starker Abblendung kommen Sonnensterne zum Zuge
Fazit: Kunst durch Licht und Schatten
Hochkontrastfotografie ist eine Kunstform, die von der kreativen Nutzung von Licht und Schatten lebt. Sie bietet unendliche Möglichkeiten, von Architektur und Natur bis hin zu Streetfotografie. Mit den richtigen Techniken und etwas Übung entstehen Bilder, die sowohl grafisch als auch künstlerisch begeistern.
Hast du selbst Hochkontrastbilder erstellt? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!